Archive für Juli 2011

Zukunft des WWW: Eine gigantische Maschine gegen den Tod

Das Ziel ist die totale Erinnerung: Um alles für uns tun zu können, möchte das WWW alles über uns wissen. Schon heute saugt das Netz enorme Datenmengen aus unserem Alltag auf. Diese könnten in Zukunft der Rohstoff für eine neue Art von Gedächtnis sein.

Menschen interessieren sich nicht für Maschinen, Menschen interessieren sich für Menschen. Das ist eine der maßgeblichen Ursachen für den raketengleichen Aufstieg der sogenannten sozialen Netze in jüngster Zeit. In den neunziger Jahren erinnerte das Internet mit seinen statischen Websites noch an eine Schaufensterreihe. Seit ein paar Jahren ändert sich das, und zwar rasch und in großem Umfang, hin zum Austausch - in Blogs, Foren, Chats, Online-Spielen - und zu jenen Erscheinungsformen des Netzes, die eine Neuerfindung von Wohngemeinschaft, Club und Kneipe in digitaler Form zu sein scheinen. 

Schon die Gründerväter des Internets hatten sich eine solche Ausrichtung vorgestellt - 1962 beschrieben J.C.R. Licklider und Robert Taylor ihre Vision eines “ Intergalaktischen Netzwerks“, in dem sich Gemeinschaften aus Sympathie, Neugierde und geteilten Interessen bilden und der Computer eine Schlüsselrolle für die menschliche Kommunikation spielt. 1990 fügte Tim Berners-Lee dem bereits technisch entfalteten Internet einen neuen Dienst hinzu, am 6. August 1991 lud er öffentlich in einem Forum dazu ein, den ersten öffentlich zugänglich Webserver zu besuchen. Der Rest ist Geschichte.

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